Bericht aus Deutsches Bienen-Journal 10/2000
H. Krinninger, G. Kempf
Der Varroaboden beim Segeberger Kunststoffmagazin
Eine Anleitung zum Umbau
Die Befallskontrolle auf Varroatose ist für ein Bienenvolk von existenzieller Bedeutung. Übliche Beutenböden mit oder ohne Wandergitter sind dafür unbrauchbar, die handelsüblichen Varroaböden aus Holz oder Styropor vielfach zu teuer, zu kompliziert oder zu hässlich. Wir haben deshalb unsere Segeberger Normalböden umgearbeitet.
Unsere Ziele
Unser Vorgehen
Aus dem ganz oder teilweise geschlossenen Boden einer Segeberger Styroporbeute wird mit einer Kreissäge ein 400 x 420 mm großes Stück herausgeschnitten, der hintere Ausschnitt von normalerweise 30 x 320 mm auf 50 x 400 mm vergrößert. Dabei wird je ein Sägeschnitt von oben und unten geführt, die Tiefe des Schnittes sollte 55-60 mm nicht übersteigen. Die Ecken werden mit dem Fuchsschwanz nachgeschnitten
( Abb. 1 und 2)
.
Abb. 1: Ausschneiden des Bodens


Abb. 2: Aussägen der Ecken mit dem Fuchsschwanz
Materialbedarf
1 Stück Segeberger Kunststoffboden
2 Stück Leiste 455 x 75 x 20 mm
1 Stück Leiste 360 x 75 x 20 mm
1 Stück Leiste 360 x 35 x 20 mm
1 Stück Leiste 357 x 20 x 20 mm
1 Kunststoffplatte weiß 460 x 38S x 3 mm
4 Stück VA-Blechtreibschrauben 3,5 x 16 mm
2 Stück Messing Ringschrauben l0 x 20 mm
Punktverzinkter Draht 420 x 400 mm
Maschenweite 2,8 mm
PU-Schaum-Kleber
Größe des Sägetisches und Höhe des Anschlags müssen gewährleisten, dass beim Sägevorgang ein Verkanten und Klemmen vermieden wird, weil andernfalls Unfallgefahr besteht durch Zurückschlagen des Werkstücks infolge Erhitzen und Verkleben des Styropors mit dem Sägeblatt. Das Ergebnis zeigt ( Abb. 3.)
![]() |
2. Die drei 75 mm breiten Leisten werden 23 mm oberhalb des unteren Leistenrandes mit einer 4 mm breiten und 10 mm tiefe Nut versehen, die beiden langen Leisten erhalten am hinteren Ende Ausklinkungen von 45 x 30 mm. Die solcherart vorbereiteten Leisten werden mit etwas Holzleim stumpf zu einem Rahmen zusammengenagelt, der hinten nur im oberen Bereich durch die Leiste 357 x 20 x 20 mm geschlossen wird (Abb. 4).
Abb. 4: Anfertigung des Holzrahmens

3. Als Varroaeinlage dient eine 460 x 385 mm große und 3mm dicke Kunststoffplatte , auf deren hinteren Ende zur Abdichtung des Bodenraumes die 20 x 20 mm starke Leiste aufgeschraubt wird. Eine Ringschraube in der Mitte der Leiste dient als Griff (Abb. 5). Zur besseren Führung der Kunststoffplatte in der Nut kann eine Ringschraube die Mitte der Vorderleiste des Rahmens eingeschraubt werden, Ring gleich Unterkante der Nut.
Abb. 5: Die Varroaplatte teilweise in den Holzrahmen eingeschoben

4. Ausschnitt aus dem Beutenboden wird, wenn nötig mit Schleifpapier auf Passform gebracht und der vorbereitete Holzrahmen mit Pu-Schaum-Kleber eingesetzt. Nach abbinden des Klebers kann auf dem oberen Rand des Rahmens das Varroagitter befestigt werden (Abb. 6).
Abb. 6: Der fertige Varroaboden

Ergebnis
Ein funktionell befriedigender, einfacher, robuster und preiswerter Varroaboden.
Der Holzrahmen liegt im Inneren wassergeschützt und unsichtbar. Das Gesamtbild der formschönen Segeberger Kunststoffbeute ist nicht gestört ( Abb. 7)
Abb. 7: Von den Umbauarbeiten ist kaum was zu sehen

Die Autoren:
H. Krinninger, Bergiusstr. 4
28357 Bremen Tel. 0421 272333
Dr. G. Kempf, Am Rüten 43
28355 Bremen, Tel. 0421 256847

Besuche lohnen sich
Last Update 13.12.2011