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by Bremer Imker

Bericht aus Deutsches Bienen-Journal 10/2000

 

 H. Krinninger, G. Kempf

Der Varroaboden beim Segeberger Kunststoffmagazin
Eine Anleitung zum Umbau
 

Die Befallskontrolle auf Varroatose ist für ein Bienenvolk von existenzieller Bedeutung. Übliche Beutenböden mit oder ohne Wandergitter sind dafür unbrauchbar, die handelsüblichen Varroaböden aus Holz oder Styropor vielfach zu teuer, zu kompliziert oder zu hässlich. Wir haben deshalb unsere Segeberger Normalböden umgearbeitet.

Unsere Ziele

  1. Möglichkeit einer ganzjährigen Befallskontrolle, damit rechtzeitig und ausreichend behandelt werden kann. So könnten in Deutschland jedes Jahr Tausende von Bienenvölkern gerettet und gefährliche Bienenimporte vermieden werden.
  2. Das Gitter sollte möglichst den ganzen Boden einnehmen, damit die abfallenden, aber zum großen Teil noch quicklebendigen Milben nicht auf einem breiten Rahmen landen und in das Volk zurückkehren können. Damit könnte auch einer Resistenzentwicklung gegen das angewendete Varroamedikament entgegengewirkt werden.
  3. Die einzuschiebende Varroaeinlage muss den Boden nahezu luftdicht            nach unten abschließen können, um so eine Varroabehandlung mit Ameisensäure zu ermöglichen. 4.Der Boden sollte das Gesamtbild der Segeberger Beute nicht zerstören (wie z. B. durch Untersetzen eines hässlichen Holzkastens).
  4. Der Varroaboden muss bienendicht sein, robust und einfach in Bau und Bedienung und nicht zuletzt:
  5. Umbau oder Neubau sollen preiswert sein.

Unser Vorgehen

Aus dem ganz oder teilweise geschlossenen Boden einer Segeberger Styroporbeute wird mit einer Kreissäge ein 400 x 420 mm großes Stück herausgeschnitten, der hintere Ausschnitt von normalerweise 30 x 320 mm auf 50 x 400 mm vergrößert. Dabei wird je ein Sägeschnitt von oben und unten geführt, die Tiefe des Schnittes sollte 55-60 mm nicht übersteigen. Die Ecken werden mit dem Fuchsschwanz nachgeschnitten
( Abb. 1 und 2)

.
                                    Abb. 1: Ausschneiden des Bodens

                               Abb. 2: Aussägen der Ecken mit dem Fuchsschwanz

Materialbedarf

1 Stück Segeberger Kunststoffboden
2 Stück Leiste       455 x 75 x 20 mm
1 Stück Leiste       360 x 75 x 20 mm
1 Stück Leiste       360 x 35 x 20 mm
1 Stück Leiste       357 x 20 x 20 mm
1 Kunststoffplatte weiß          460 x 38S x 3 mm
4 Stück VA-Blechtreibschrauben   3,5 x 16 mm
2 Stück Messing Ringschrauben      l0 x 20 mm
Punktverzinkter Draht      420 x 400 mm
Maschenweite 2,8 mm
PU-Schaum-Kleber

Größe des Sägetisches und Höhe des Anschlags müssen gewährleisten, dass beim Sägevorgang ein Verkanten und Klemmen vermieden wird, weil andernfalls Unfallgefahr besteht durch Zurückschlagen des Werkstücks infolge Erhitzen und Verkleben des Styropors mit dem Sägeblatt. Das Ergebnis zeigt ( Abb. 3.)

                                        Abb. 3: Ansicht des bearbeiteten Bodens

 

2. Die drei 75 mm breiten Leisten werden 23 mm oberhalb des unteren Leistenrandes mit einer 4 mm breiten und 10 mm tiefe Nut versehen, die beiden langen Leisten erhalten am hinteren Ende Ausklinkungen von 45 x 30 mm. Die solcherart vorbereiteten Leisten werden mit etwas Holzleim stumpf zu einem Rahmen zusammengenagelt, der hinten nur im oberen Bereich durch die Leiste 357 x 20 x 20 mm geschlossen wird   (Abb. 4).

                                      Abb. 4: Anfertigung des Holzrahmens

 

 3. Als Varroaeinlage dient eine 460 x 385 mm große  und 3mm dicke Kunststoffplatte , auf deren hinteren Ende zur Abdichtung des Bodenraumes die 20 x 20 mm starke Leiste aufgeschraubt wird. Eine Ringschraube in der Mitte der Leiste dient als Griff (Abb. 5). Zur besseren Führung der Kunststoffplatte in der Nut kann eine Ringschraube die Mitte der Vorderleiste des Rahmens eingeschraubt werden, Ring gleich Unterkante der Nut.

                  Abb. 5: Die Varroaplatte teilweise in den Holzrahmen eingeschoben

 

4. Ausschnitt aus dem Beutenboden wird, wenn nötig mit Schleifpapier auf Passform gebracht und der vorbereitete Holzrahmen mit Pu-Schaum-Kleber eingesetzt. Nach abbinden des Klebers kann auf dem oberen Rand des Rahmens das Varroagitter befestigt werden (Abb. 6).

                                            Abb. 6: Der fertige Varroaboden

 

Ergebnis

Ein funktionell befriedigender, einfacher, robuster und preiswerter Varroaboden.

Der Holzrahmen liegt im Inneren wassergeschützt und unsichtbar. Das Gesamtbild der formschönen Segeberger Kunststoffbeute ist nicht gestört ( Abb. 7)

                              Abb. 7: Von den Umbauarbeiten ist kaum was zu sehen

 

Die Autoren:

H. Krinninger, Bergiusstr. 4
28357 Bremen Tel. 0421 272333

Dr. G. Kempf,  Am Rüten 43
28355 Bremen, Tel. 0421 256847

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Last Update 13.12.2011

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