Der Anfänger in der Bienenzucht
Er guckt um vier Uhr schon am Morgen
Und spät am Abend guckt er noch;
Guckt mit Vergnügen, guckt mit Sorgen,
Guckt in die Gassen, guckt ins Loch
Er guckt den Bienchen in den Magen,
Guckt im ins Herz und Nieren gar,
Er guckt, es ist fast nicht zu sagen,
Er guckt als wie ein echter Narr.
Er nimmt behutsam laut die Zange,
Er zieht und guckt und guckt und zieht,
Dem Völkchen wird es angst und bange,
Und mit Entsetzen es entflieht.
Er zählt die leeren Zellenschüsseln
Um drei Uhr sehr gewissenhaft,
Und wieder kommt er mit den Schlüsseln
Um vier und guckt, was sie geschaffen.
Er guckt, wenn scharf die Stürme gehen,
Er guckt nach Überfluss und Not;
Er guckt wenn lau die Lüfte wehen;
Er guckt sein armes Völkchen tot.
Hans Siegele

Besuche lohnen sich
Last Update 1.05.2012