{"id":129,"date":"2016-03-15T23:48:33","date_gmt":"2016-03-15T22:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bremer-imker.de\/bremer-imkerverein\/?page_id=129"},"modified":"2016-03-15T23:48:33","modified_gmt":"2016-03-15T22:48:33","slug":"bienengift","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bremer-imker.de\/bremer-imkerverein\/bienengift\/","title":{"rendered":"Bienengift"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #008000;\">Bienengift<\/span><\/h2>\n<p>Mit diesem Bienenprodukt haben wir wohl alle schon einmal mehr oder weniger schmerzhaft Bekanntschaft gemacht.<\/p>\n<p>Die Biene benutzt ihren Stachel nur zur Verteidigung, wenn sie sich oder ihren Bienenstaat in Lebensgefahr w\u00e4hnt. Eine Biene, die sich zum Ausruhen auf Ihre Hand setzt k\u00f6nnen Sie streicheln wie ein K\u00e4tzchen, sie wird nicht ans Stechen denken! Unsere heutigen Bienenrassen sind n\u00e4mlich auf Sanftmut gez\u00fcchtet. Die Giftblase einer Biene enth\u00e4lt 0,3 mg Gift, 3000 Bienen besitzen etwa 1 Gramm. Man gewinnt es aus lebenden Bienen, indem man ihnen beim Verlassen ihres Stockes einen leichten Elektroschock versetzt. Dabei spritzen sie einen Teil ihres Giftvorrats auf eine Glasplatte ab, ohne dabei Schaden zu nehmen.<\/p>\n<p>Bei einem Bienenstich bleibe der Stachel in der Haut stecken, weil er einen Widerhaken besitzt. Die Biene stirbt an dieser schweren Verletzung innerhalb weniger Tage. Dem Menschen aber schadet ein Bienenstich im Normalfall \u00fcberhaupt nicht. Man entfernt den Stachel am besten durch Herauskratzen mit dem Fingernagel, n\u00f6tigenfalls hilft ein Eisw\u00fcrfel odr eine antiallergisch wirksame Salbe \u00fcber den kleinen Schmerz hinweg.<\/p>\n<p>Gef\u00e4hrlich k\u00f6nnen Bienenstiche allerdings werden bei Stichen ins Auge (sofort unter flie\u00dfendem Wasser sp\u00fclen!) oder bei Stichen in Zunge oder Gaumen. Bis zum Einsatz \u00e4rztlicher Hilfe kann man das bedrohliche Zuschwellen der Atemwege durch K\u00fchlen mit einem Eisw\u00fcrfel aufhalten. Ein Imker wird an seinem Stand auch meistens ein Antiallergikum zum Einnehmen bereit halten. In den sehr seltenen F\u00e4llen einer krankhaften \u00dcberempfindlichkeit gegen Bienengift kann ein juckender Ausschlag am ganzen K\u00f6rper oder sogar ein lebensbedrohlicher Schockzustand mit Kreislaufkollaps auftreten. In diesen F\u00e4llen ist nat\u00fcrlich sofortige \u00e4rztliche Hilfe vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p>Ist eine derart krankhafte \u00dcberempfindlichkeit bekannt, so kann diese heute durch eine sog. \u201eHyposensibilisierungsbehandlung\u201c geheilt werden. Diese Behandlung ist bei diesem Personenkreis dringend anzuraten, weil Stechinsekten \u00fcberall in der freien Natur vorkommen und eine Bienengiftallergie meistens auch mit einer \u00dcberempfindlichkeit gegen das Gift der Wespen einhergeht.<\/p>\n<p><strong>Gesundheitlicher Wert des Bienengifts<\/strong><\/p>\n<p>Auf unseren Organismus wirkende Bestandteile des Bienengiftes sind \u00fcberwiegend Eiwei\u00dfe (Melittin, Fermente) und biogene Amine (z.B. Histamin).<\/p>\n<p>Bei der Behandlung von Krankheiten mit Bienenprodukten (Apitherapie), genie\u00dft das Bienengift die gr\u00f6\u00dfte Anerkennung, und das bereits seit der fr\u00fchen Antike.<\/p>\n<p>Uns ist die Anwendung von Bienengiftsalben und \u2013linimenten sowie Bienengiftinjektionen gegen zahlreiche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises gel\u00e4ufig. Bienengift bewirkt eine vermehrte Aussch\u00fcttung von Cortison, eines k\u00f6rpereigenen entz\u00fcndungshemmenden Hormons der Nebennierenrinde. Entz\u00fcndung und Schmerz werden so gemildert. Au\u00dferdem f\u00fchrt Bienengift bei \u00f6rtlicher Anwendung zur Erw\u00e4rmung infolge einer besseren Durchblutung des Gewebes, was wiederum den rheumatischen Heilungsprozess f\u00f6rdert. In der ehemaligen Sowjetunion lie\u00df man die Bienen auch selbst im Bereich eines erkrankten Gelenks stechen und sparte so die Kosten f\u00fcr die Produktion der Bienengiftmedikamente. Man steigerte die Dosierung von 1-2 bis auf 30 Bienenstiche pro Anwendung und Gelenk.<\/p>\n<p>Etwas weniger heroisch behandeln auch viele hiesige Imker ihre Rheumabeschwerden. Im Fr\u00fchjahr erwarten sie schon sehnlichst den ersten Bienenflug, ja manchmal holen sie ihre Therapeuten sogar w\u00e4hrend der Winterruhe aus dem Stock.<\/p>\n<p>Bei der erw\u00e4hnten krankhaften \u00dcberempfindlichkeit gegen Bienengift kann man heute eine Hyposensibilisierungsbehandlung durchf\u00fchren. Einem betroffenen Patienten spritzt man nach vorheriger Testung hochgereinigtes Bienengift in steigender Dosierung in die Haut und erreicht so eine allm\u00e4hliche Gew\u00f6hnung des K\u00f6rpers an das Gift. Einige Kliniken f\u00fchren diese Behandlung auch im Schnellverfahren durch, wobei 5 Tage lang je 10 Spritzen t\u00e4glich verabreicht werden. Leider entsteht bei diesen Verfahren meistens keine bleibende Immunit\u00e4t, sodass zur Aufrechterhaltung der Wirkung eine einmalige Injektion in 4-w\u00f6chentlichen Interwallen notwendig bleibt. Die Erfolgsquote dieser Behandlung betr\u00e4gt nahezu 100%.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bienengift Mit diesem Bienenprodukt haben wir wohl alle schon einmal mehr oder weniger schmerzhaft Bekanntschaft gemacht. Die Biene benutzt ihren Stachel nur zur Verteidigung, wenn sie sich oder ihren Bienenstaat in Lebensgefahr w\u00e4hnt. 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